Bienvenida 2013

Es ist jetzt schon eine Weile her, dass ich hier geschrieben habe. Ich hatte zwar Ferien und eine Menge Zeit aber habe die Zeit lieber mit meinen Schwestern verbracht und danach völlig vergessen.
Heute mache ich nur einen Eintrag für die Monate Januar und Februar, weil ja nicht viel spannendes passiert ist.
Nach einem erfolgreichen und lustigen Start ins neue Jahr haben wir anfangs Januar erst mal wieder ausgeruht. Mein Bruder ist nach 3 Tagen schon wieder nach Buenos Aires abgereist, da er wieder arbeiten musste. Glücklicherweise blieben meine beiden Schwestern noch etwa einen Monat in meiner Stadt und so verbrachten wir die meiste Zeit zusammen. Mitte Januar kam dann sogar noch ein Besuch von meiner Schwester aus Buenos Aires. Eine ihrer Freundinnen aus der Hauptstadt kam für ein Wochenende zu besuch und glücklicherweise spielte das Wetter mit, so dass wir entspannt an den Fluss gehen konnten. Wir badeten uns bei circa 35 Grad, am Samstagabend trafen wir uns mit anderen Freunden/Bekannten aus Buenos Aires in einer „Chacra“ (Haus ausserhalb der Stadt/Farm) um gemeinsam Abend zu essen und danach feiern zu gehen. Wir hatten es alle total super und verbrachten einen tollen Abend. Am letzten Tag des Wochenendes und am Abreisetag der Freundin machten wir uns einen kuschligen Red-Carpet-Abend (Golden Globes Awards) und analysierten die verschiedensten Looks auf dem roten Teppich. In der Nacht schliesslich reiste die Freundin meiner Schwester wieder nach Capital Federal ab. Danach verbrachten wir die weiteren Tage des ersten Monats des neuen Jahres damit an den Fluss zu gehen, am Abend auszugehen und Feste mit der Familie zu feiern. Wir Argentinier haben immer etwas zu feiern. (Ja, auch mich zähle ich als Argentinier)!
Einmal organisierten wir sogar einen richtigen Karaokeabend mit vielen Freunden, meinen Schwestern, Eltern und meiner Tante in unserem Garten. Es war ein voller Erfolg und ein Abend zum geniessen, – jedoch nicht für unsere Nachbarn! 😉
Ein wenig später, jedoch auch im Januar, mussten meine Eltern in die Hauptstadt unserer Provinz (Viedma) reisen um geschäftliche Dinge zu erledigen. Sogleich waren meine Schwestern und ich Feuer und Flamme um mit zu fahren und ihren alten Wohnort an der Küste (nahe dem Meer) zu sehen. Wir verbrachten 2 Tage bei einer Freundin der Familie in einem kleinen Dorf nahe der Provinzhauptstadt. Auch dort konnten wir in unserem geliebten Fluss baden gehen. Zudem gingen wir bis zum Meer, welches 30 km entfernt war. Es war ein windiger Tag, jedoch sehr schön sich im Meer zu baden und die gutaussehenden Bademeister zu betrachten. Am Donnerstag dann, fuhren wir ein wenig die Küste hinunter bis wir in „Las Grutas“, einem berühmten Bade/Tourismusort meiner Provinz ankamen. Wir wollten einfach den Tag dort verbringen, so dass ich den Ort kennenlernen kann. Leider war es sehr windig, so dass es draussen nicht sehr angenehm war. Schliesslich fuhren wir dann in der Nacht nach Hause und unterhielten uns während der sieben stündigen Fahrt mit Spielen, Liedern und Witzen. Alles in allem war es ein sehr schöner Kurztrip! 🙂 Kurz vor Ende des Monats ging es dann mit meiner Tante und meiner Mutter zu einer Bodega/Weinfabrik in meiner Stadt. Natürlich gingen wir um die Fabrik kennenzulernen und zu sehen wie ein Wein entsteht. Nebenbei durften wir dann auch noch degustieren, was uns auch glücklich machte. Leicht beschwipst düsten wir schliesslich nach Hause.
Somit ging dann der Monat Januar auch schon zu Ende und gleich am ersten Tag des Februars verabschiedete sich meine Tante, die wieder nach Cordoba zurückging, weil sie arbeiten musste.
Die darauffolgenden Tage verbrachten meine Schwestern und ich mit Nichtstun, Mate, Ausgang und zusammensein. Auch meine Schwester aus Buenos Aires verabschiedete sich bald um wieder in die Normalität zu gehen und zu arbeiten. Mitte Februar feierten wir dann schliesslich auch noch die Abschiedsparty meiner jüngeren Schwester, da sie ja für ein Jahr nach Holland ging um als Aupair zu arbeiten. Am 10. Februar verabschiedeten wir uns am Busterminal unter zahlreichen Tränen. Somit war das Haus plötzlich ganz leer.
Glücklicherweise aber fand an diesem Wochenende und Montag, Dienstag das wichtigste Fest meiner Stadt statt: Das Fest des Apfels! (Weil wir die wichtigsten Apfelproduzenten sind) Es gab zahlreiche Bands, Stände mit handgemachten Souvenirs der Region und vieles mehr. Es war ein gigantisches Fest, hatte zahlreiche Leute und machte wahnsinnigen Spass, so dass ich mich ein wenig trösten konnte.
Die restlichen Tage dieser ereignisvollen Woche verbrachte ich damit, langsam meine Koffer zu packen, da ich am Montag den 18. früh am Morgen nach San Carlos de Bariloche aufbrach. Ich sollte mich dort mit anderen Austauschschüler in Argentinien treffen. Also kam ich am besagten Montag in Bariloche an. Es war wundervolles Wetter. Wir fuhren mit Bus aus der Stadt hinaus um in unser Lager zu gehen. Zu fünft trafen wir dann in unserer Unterkunft ein. Wir wohnten für diese Woche in kleinen Häuschen (Cottages) gleich bei einem See, abseits der Stadt im Nationalpark. Da einige später eintrafen, machten wir an diesem Tag nur Spiele um uns besser kennenzulernen. Es hatte Schüler aus ganz Europa. Vor allem aber aus Deutschland, aber auch Schweden, Norwegen, Dänemark, Holland, Österreich etc. In meiner Hütte freundete ich mich schnell mit drei Mädchen aus den nordischen Staaten an. Am Dienstagmorgen blieben wir im Camp machten verschiedene Aufgaben wie putzen, kochen, Tagebuch etc. Am Nachmittag machten wir einen kleinen Spaziergang zu einem Fluss in der Nähe. Das Wasser war Türkisblau und glasklar, jedoch verdammt kalt. Trotzdem badeten sich fast alle. Nach einem tollen Nachmittag gingen wir dann wieder zum Camp zurück und durften uns duschen gehen und ein wenig ausruhen, bevor dann die nächtlichen Aktivitäten zum Zuge kamen. In der Nacht machten wir vor allem Spiele bei Lagerfeuer. Am Mittwoch ging es dann ab mit Bussen. Kurz nach Mittag holten sie uns ab um mit zwei Bussen die Zone von Bariloche Stadt und der Nahuel Huapi See zu erkunden. Wir fuhren um den ganzen See und machten verschiedene Stopps. Wir sahen zuerst das teuerste Hotel der ganzen Zone, danach einen versteckten, kleinen See und dann nochmals einen See bis wir wieder auf einen höher gelegenen Aussichtspunkt kamen, wo man eine atemberaubende Aussicht hatte. Danach fuhren wir direkt in das Zentrum von Bariloche, welches sehr touristisch ist. Wir hatten etwa zwei Stunden Zeit um Souvenirs, Schokolade (die berühmteste und beste Schokolade des Landes findet man dort) etc zu kaufen.
Am Donnerstag ging es dann schon härter. Wir stiegen bis zu einem Wasserfall hoch durch denn Wald, danach wieder runter und zurück zum Camp, wo wieder die allgemeinen Aktivitäten und Spiele stattfanden. Zudem gingen wir kurz an den Strand und warfen uns ins sehr kalte Seewasser. Am Freitag kam dann sprichwörtlich der Gipfel zum Zug! Wir formten drei Gruppen mit je etwa 10-12 Mitglieder und begannen durch den Wald einen Berg hinaufzusteigen. Zuerst ging es eben durch den Wald und durch Gestrüpp. Nach der Halbzeit kamen wir dann zum abgebrannten Bergteil und wie schon gedacht, waren wir schon jetzt ausser Puste und wollten umkehren. Wir mussten mit starker Steigung über Steine, Felsen, umgestürzte Stämme und Bäume klettern. Dass die Sonne stark schien, machte das ganze nicht besser. Nach exakten drei bis dreieinhalb und gefühlten fünf Stunden kamen wir endlich ganz oben auf dem Gipfel an! Wir waren erschöpft aber es hat sich sehr gelohnt. Die Aussicht war atemberaubend. Man sah einen sehr grossen Teil des Nationalparks, den grossen, vielfarbigen See, die Berge bis zum Gletscher und sogar unser Camp. Wir nahmen dann dort das Mittagessen ein und genossen eine gute Stunde dort oben ehe wir wieder den Abstieg in Angriff nahmen. Der Abstieg dauerte dann gute zwei bis zweieinhalb Stunden. Müde aber glücklich kamen wir im Camp an und gingen dann erst mal ausgiebig duschen. Am Samstag kamen nochmals zwei Busse zum Camp um uns zu einer Rundfahrt im Nationalpark einzuladen. Wir fuhren fast durch den ganzen Park bis hin zum „Cerro Tronador“, einem Berg mit vielen Gletschern. Leider begann es dann zu regnen, so dass wir nur kurz bis zu einigen Wasserfällen spazierten und wieder zurück zum Touristencafe, wo wir uns mit einem Café wachhielten. Es fehlte noch ein Stopp an einem schwarzen Gletscher und dann ging es schon zurück zum Camp. Sonntag war dann der letzte Tag im Camp, da die Gruppe von Buenos Aires schon früh am Morgen abreiste und auch wir anderen, die selbständig von Bariloche nach Hause fuhren mussten früh aufstehen, Camp putzen etc.
Deshalb blieben wir am Sonntag im Camp und machten Spiele, sassen beisammen, erzählten Geschichten und arbeiteten in Gruppen. Am Abend gab es dann ein spezielles, letztes Lagerfeuer, wo wir uns vom Ort und von den Leuten verabschiedeten. Es war sehr schön. Am Montag war es dann auch schon soweit und die Woche im Camp war vorbei. Wir putzten das Camp und verstauten alles in Bussen bis schliesslich die Zeit gekommen war, sich zu verabschieden. Es war irgendwie traurig, weil wir Austauschschüler uns in dieser Woche so gut kennengelernt haben und wie eine Familie geworden sind. Wir sind alle in der gleichen Situation, haben ähnliche Probleme und Gefühle. Deswegen haben wir uns fast alle so gut miteinander verstanden. Es war wunderschön diese Leuten kennenzulernen und ich bin sehr froh, konnte ich diese Erfahrung machen!

Diciembre – mes de fiestas

Ya estamos de nuevo y deseo a todos un feliz año nuevo!

Zuerst wünsche ich euch ein gutes neues Jahr. Ich hoffe ihr seid auch so gut gerutscht wie ich.
Aber alles von Anfang an. Der Monat Dezember begann zuerst einmal mit Stress. Wir hatten zwar schon mehrere Tage Ferien, doch mussten alle vorbereiten für die Promotionsfeier unserer Klasse am Freitag, den 7. Dezember. Am Tag zuvor dekorierten wir den Saal für unsere Feier mit zahlreichen Luftballons, Tücher und so weiter. Ich hatte alles beisammen: Mein rotes Kleid, meine geliehenen Schuhe. Am Freitagnachmittag dann machten wir uns auf zu einer Freundin, die uns frisierte. Um acht Uhr abends kam ich dann wieder zurück und musste mich sehr beeilen mit anziehen, schminken usw. Da wir hier jedoch in Argentinien sind, darf man nicht darauf zählen, dass alle pünktlich sind, sodass wir mit etwa 1 1/2 Stunden Verspätung mit der Zeremonie begannen. Wir Schüler liefen einer nach dem anderen mit seiner ausgewählten Person (in meinem Fall meine Gasteltern) und dem eigenen Lied in den Saal, knipsten einige Fotos und fertig! Danach gingen wir (Schüler) an unseren eigenen Tisch und warteten auf mehrere Fotos. Nach all dem kam endlich das Festmahl. Wir assen (Asado, Empanadas etc), tranken und plauderten. Danach wurde endlich die Tanzbühne eröffnet und alle strömten in den Garten. Glücklicherweise war es an diesem Abend gar nicht kalt. So feierten wir bis um 5 Uhr morgens und fuhren dann hellwach alle zusammen zurück. Insgesamt war es ein toller Abend! So ist es auch denkbar, dass wir am folgenden Samstag praktisch den ganzen Tag schliefen.
Nur am Abend bereiteten wir dann langsam mal alles vor für den Sonntag, da am Sonntag den 9. Dezember ja der Geburtstag von meiner jüngeren Gastschwester war und nach Mitternacht gingen wir dann mit Freunden aus, was sich jedoch als totales Desaster herausstellte, da alle zu streiten begannen und die Laune stetig sank. Trotzdem kamen wir erst um 8 Uhr morgens nach Hause und schliefen gerade mal 4 Stunden, weil wir am Mittag mit der Weihnachtsdekoration helfen mussten. Am Nachmittag trudelten die ersten Gästen schon ein. Unsere Grosseltern und später dann auch die Freunde. Wir assen und tranken, stiessen mit Champagner an, wie immer an solchen Festen. Wie schon erwartet dauerte dieses Fest bis spät in den Morgen hinein. Den restlichen Montag schliefen wir bis am Abend. Auch den Rest der Woche ruhten wir uns eher aus, als andere Sachen zu machen. Ansonsten ging ich ins Fitnessstudio, Kanu oder traf mich mit Freunden. Zudem habe ich auch begonnen verschiedene Bücher in Spanisch zu lesen, welche ich meistens sehr gut verstehe. Auch Fernseher schauen ist sehr von Vorteil, da man dann alles in Spanisch hört oder auch Englisch mit Untertiteln. Nach dem Geburtstag der Schwester habe ich mich voll und ganz den Weihnachtsgeschenken gewidmet und mich fieberhaft auf die Suche gemacht. Zu der Geschenksuche kam dann auch noch unser Projekt im Kinderhaus im Armenviertel. Meine Schwester und ich bastelten verschiedene Deko, um die dann an der Weihnachtsfeier am 22. für die Kinder aufzustellen. Am Freitag, den 21. Dezember war es nach langer Zeit endlich wieder soweit. Meine Schwester aus Buenos Aires kam nach Roca um Ferien zu machen, da sie 2 Tage vorher ihren Doktortitel erhalten hat und jetzt eine Anwältin ist. 🙂
Wir waren alle aufgeregt und erfreut als sie endlich kam. Am Samstag fand dann das grosse Fest im Kinderhaus statt in dem meine Gastmutter und wir „Kinder“ ab und zu helfen mit Festen oder Umbauten. Alles in allem waren die Kinder, glaube ich, ziemlich zufrieden. Kurz vor Weihnachten wurde das Land von mehreren Supermarktüberfällen respektive heftigen Protestbewegungen gegen die Regierung erschüttert, da die Mittel- und Oberschicht der Bevölkerung mit der Regierung der „peronistischen“ Partei von Cristina Fernandez de Kirchner nicht zufrieden ist. Doch am Weihnachtstag verstummten die Proteste auch wieder. Auch am Samstagabend hatten wir nochmals ein Fest, diesmal aber ein privates in unserem Garten. Wir stiessen mit der ganzen Familie (Schwester aus Buenos Aires, Tante aus Cordoba) und einigen Freunden auf die frischgebackene Anwältin an. Um 2/3 Uhr morgens gingen wir (Schwestern, Freunde) dann zur Feier in eine Bar und verbrachten die ganze restliche Nacht bis 6 Uhr morgens dort. Da Argentinier bekanntlich ja Feste lieben, organisierten wir für Sonntag, den 23. Dezember gerade noch mal ein „Brindis“ (Anstossen) und auch wieder um 2 Uhr morgens sind wir ausgegangen. Zuerst an ein Konzert und danach wieder in unsere Standartbar bis 7 Uhr morgens. Montag, der 24. Dezember – Heiligabend: Endlich war es soweit. Den ganzen Nachmittag bereiteten wir Sachen vor – u.a unsere Ausgangkleider. Um 20:30 gingen wir in die Kirche zur Messe (fakultativ), welche sehr schön und speziell gestaltet war. Um 22 Uhr Abends gab es dann endlich das Festessen. Wir assen, tranken unser Familiendrink (Martini) und um Mitternacht durfte ich den Stern an die Spitze des Weihnachtsbaum stecken und mit etwas wünschen. Danach verteilten wir alle die Geschenke und alle waren mit auspacken beschäftigt. Ich schenkte folgendes: Rolling Stones CD (Mutter), Asadomesser (Vater), Buch (Schwester), Box mit Beautyartikeln (Schwester). Alle waren sehr zufrieden. Da meine argentinische Familie hier eher ein bisschen verrückt ist haben wir um 1 Uhr alle zusammen zu 80iger Musik wild im Wohnzimmer herumgetanzt. Natürlich ist alles auf Video aufgenommen 😉
Auch diesen Abend, auch wenn es sehr windig und eher kalt draussen war, kamen wir um 3 Uhr morgens in eine Bar mit Garten, welche ein spezielles Weihnachtsfest mit Band organisiert hatte. Es war proppenvoll aber toll. Da wir mit Auto dort waren beschlossen wir um 7 Uhr morgens an den Fluss zu gehen und dort zu frühstücken. Wir kauften Sandwiches und Saft und setzten unseren Plan in die Tat um. Genaue 20 Minuten hockten wir am Flussufer. Da es dermassen kalt war, gingen wir sogleich nach Hause.
Dienstag, 25. Dezember: Ihr irrt euch jetzt, wenn ihr denkt, dass die Feste schon vorbei sind. Nein, auch an diesem Tag ging es noch weiter. Am Abend waren wir bei benachbarten Freunden eingeladen um Empanadas (aus traditionellem Lehmofen) zu essen. Es war superlecker, doch diesen Abend gingen wir ausnahmsweise mal nicht noch in den Ausgang. Die nächsten zwei Tage konnten wir ein wenig entspannen bis zum 28. Dezember. An diesem Tag kam dann zu aller Freude mein Gastbruder aus Buenos Aires für 4 Tage nach Roca zu uns. Am 28. war das Haus dann natürlich vollgestopft. 30. Dezember 2012: Kurz vor Jahresende kam auch schon das nächste Fest auf uns zu. An diesem Tag feierten meine Gasteltern ihren 30 Hochzeitstag und meine Tante aus Cordoba ihren Geburtstag. Um 20:00 Abends ging die ganze Familie in die Kirche zur Messe und an die anschliessend geplante Hochzeitszeremonie. Nach der Zeremonie feierten wir dann auch wieder in unserem Garten mit Familie und Freunden. Montag, 31. Dezember 2012, der letzte Tag des Jahres 2012. Der 31. Dezember ist genauso wie der 24. ein sehr wichtiger Tag in Argentinien, jedoch ist er nicht so religiös wie der 24. Am Abend fanden sich alle in unserem Haus ein (inklusive Grosseltern) um zusammen Abend zu essen und um Mitternacht anzustossen. Leider war die Stimmung nicht so toll, weil alle ein wenig schlecht drauf waren, müde und begannen sich miteinander zu streiten. Trotzdem war es toll, als endlich Mitternacht kam, wir alle anstiessen und alle einen Ballon mit Wünschen drauf in den Himmel stiegen liessen. Auch an diesem Abend gingen wir wieder an den gleichen Ort wie an Weihnachten, da wieder ein Fest dort stattfand. Wir feierten bis halb sieben Uhr morgens. Daraufhin wollten wir mit Taxi nach Hause fahren, fanden aber weit und breit kein Taxi, da alle durch die vielen Partygäste besetzt waren. Wir riefen an, wir machten Haltezeichen, doch alles nützte nichts. Dann beschlossen wir mit dem Bus zu gehen, was sich jedoch bald auch als Fehler herausstellte, da unser Bus natürlich nicht kam. Zudem sahen wir einige betrunkene Menschen, manche wurden sogar wegen Vandalismus festgenommen. Nach zwei Stunden Suche nach einem Gefährt gaben wir schliesslich auf und riefen unseren Vater an, der uns dann mit dem halbkaputten Auto abholte. Trotz Schwierigkeiten mit der Rückkehr war es ein toller, wiederholungsbedürftiger Abend, der mit vielen Lachern versetzt war.
Ich wünsche euch einen tollen Januar und bis bald.

November-Endspurt Schule

Hola gente!

Ruckzuck geht die Zeit rum hier unten am Ende der Welt. Nun ist der November gekommen und somit auch der Endspurt in der Schule, viele Abschlussfeste mit massenhaften Vorbereitungen und somit auch ein wenig Stress. Zudem kam Anfang November noch ein neues-altes Mitglied in unsere Familie. Mein Gastbruder aus Deutschland kam wieder zurück nach Roca. Somit waren die ersten Tage mit viel Arbeit und neuen Leuten verbunden. Ich habe mich sehr gefreut meinen neuen Gastbruder kennenzulernen, hatte jedoch auch ein wenig Angst davor, dass wir uns nicht verstehen könnten. In derselben Woche hatte ich meine erste „Despedida“. Dies ist eine Kostümabschiedsparty, die jeweils die 4. Klasse einer Schule für die Abschlussklasse (5.) organisiert. Es war ein Dienstag und meine Freunde aus der Schule, Schwester und ich trafen uns um circa Mitternacht im Park vor der Schule in der das Fest stattfand. Natürlich machten wir sowie alle anderen die „Previa“(Vorfest im Park :D) Um 2 Uhr morgens traten wir in die Schule ein zum festen. Bis circa 5 Uhr dauerte das Fest und war eigentlich ziemlich gut. Danach gingen wir nach Hause mit 3 Freunden, zogen uns um und schliefen noch 15 Minuten bevor wir wieder in die Schule gingen. Todesmüde schliefen wir dann natürlich auf den Tischen in der Schule bis wir um 12:30 endlich heim durften. Auch wenn es eigentlich fast unglaublich scheint, hatten wir trotzdem etwas zu tun in der Schule. Wir mussten verschiedene praktische Arbeiten erledigen oder noch die eine oder andere Prüfung schreiben. Ich schrieb natürlich nur Mathe, Physik und Chemie mit. In Chemie bekam ich eine 10 (die beste Note) und in Physik eine 9. Da Mathematik, wie ihr sicher alle wisst, mein absolutes „Lieblingsfach“ 😉 ist, gab mir der Lehrer für meinen Test auch sogleich eine 3 :D! Ich bin mächtig stolz! In Kommunikation durfte ich anstatt einer Prüfung, die wäre eh viel zu komplex gewesen, eine Präsentation über die Schweiz machen. Ich sprach über die vielen Unterschiede in der Schule und der Mentalität zwischen der Schweiz und Argentinien. Ich glaube es kam ziemlich gut an, weil meine Lehrerin mich danach gleich noch in die Nachbarsschule genommen hat, wo ich dann das ganze nochmals runterleiern sollte. Zum Schluss hat sie mich dann sogar noch zu sich nach Hause zum Mittagessen eingeladen :O! Eine Woche später dann war es soweit: Unsere Kostümparty war gekommen! Mit meinem selbstgemachten Outfit (Milka-Kuh-Schokolade) und einer grossen Portion Partylust ging es dann auf um 22 Uhr zur Previa, wo wir assen, tranken und feierten. Danach gingen wir in eine Disco, wo dann auch noch andere Leute waren. Mit jeder Stunde mehr sank das Niveau, die Partylust und es stieg die Müdigkeit. Um 5 Uhr morgens waren wir dann schliesslich zu Hause und gingen schlafen. Den nächsten Tag schwänzten wir gemütlich. Freitag, der 23. war dann schliesslich unser letzter Schultag und alle waren in froher Stimmung als wir endlich die Schule verlassen konnten und Ferien hatten. Am selben Abend hatte ich mein erstes Konzert mit dem Orchester. Wir spielten in der Kirche unter anderem mit einem Chor. Die Kathedrale war gestossen voll. Ich glaube die Lieder klangen nicht mal schlecht. (Halleluja, Himno a la alegria, Trepak etc.) Somit war das gröbste des Novembers schon vorüber und wir begannen unsere Ferien in vollen Zügen zu geniessen. Sonne tanken im Garten, Kanufahren, in die Stadt gehen, Ausgehen und laaange Ausschlafen. Am 30. November um 19 Uhr Abends lud unsere Schule uns dann schliesslich zur Diplomübergabe ein. Ein etwa 2stündiger Akt bei dem jeder einzelne nach vorne auf eine Bühne musste, eine Medaille und ein Diplom bekam. Als endlich das lang ersehnte Ende kam, gingen die meisten unserer Klasse zu einer Klassenkameradin heim um dort Pizza zu essen und zu quatschen. Nachdem die Kameradin uns hinausgeschmissen hat, wanderten wir zu einer anderen Klassenkollegin nach Hause um dort weiter zu feiern. Eigentlich wollten wir danach noch in eine Bar/Disco gehen, entschieden uns dann aber doch um und gingen zum kleinen Kanal (Canalito) um dort noch ein wenig zu sitzen, reden und lachen. Am Samstag, den 1. Dezember ging ich an meine erste „Bajada“ (Promfeier). Es war die Feier einer Kollegin bei der eine ganze Klasse zusammenkommt und einen Abschluss feiert. Alle werfen sich natürlich in Schale (Abendkleid etc). Jeder einzelne Schüler wählt eine wichtige Person (Mutter, Vater, Geschwister) und geht mit dieser eine Treppe hinunter. Dieser Akt ist sehr wichtig, wenn die jungen Leute hier ihre Schule abschliessen. Immer gibt es dann ein grosses Essen mit Verwandten. Nach Mitternacht kommen dann die eingeladenen Freunde zum feiern. So zelebrierten wir mit unserer Freundin bis um 5 Uhr morgens. Wir tanzten richtig argentinisch sodass uns nachher allen die Füsse schmerzten. Nächsten Freitag der 7. ist meine Promotionsfeier („Bajada“). Ich bin schon riesig gespannt und freue mich auf das Fest! Ansonsten ausser Feste feiern, tun wir hier eigentlich nicht viel. Wir geniessen unsere Ferien in vollen Zügen! Ende Dezember melde ich mich wieder und schreibe wie es mir in wichtigsten Festmonat ergangen ist. Allen wünsche ich schöne Festtage, frohes neues Jahr und viel Schnee! 🙂

Oktober – Der Frühling ist da!

Die Zeit vergeht hier unten super schnell. Der Oktober ist bereits vergangen, darum möchte ich euch meine Erlebnisse mitteilen.
Anfangs Oktober kam ein ehemaliger Gastschüler meiner jetzigen Gastfamilie mit seiner Frau und seiner Schulklasse aus Neuseeland angereist um in Argentinien verschiedenen, sozialen Arbeiten nachzugehen. So kamen sie dann auch alle an einem Freitag nach Roca. Da wir Nachmittags frei haben, verbrachten meine Gastschwester und ich den ganzen Nachmittag mit ihnen um sie kennenzulernen und mit ihnen den Garten eines Altersheimes zu pflegen. Am Samstag bereiteten wir alle zusammen ein Asado zu, assen, tranken, plauderten die ganze Zeit mit den 15-18jährigen Schülern aus Neuseeland. Am frühen Abend machten wir uns dann auf um ins Zentrum zu gehen, die Läden zu erkunden und um 20:00 begann schliesslich das hier allerorts berühmte Rugbyspiel zwischen Neuseeland und Argentinien. Gemeinsam schauten wir es uns in einer Bar an. Da die Argentinier leider haushoch verloren gab es ein riesen „Quilombo“ (Durcheinander). Trotzdem verbrachten wir einen tollen Abend zusammen. Montags und Dienstags musste ich leider wieder in die Schule und konnte die neuseeländische Truppe nicht zu ihren Ausflügen und Einsätzen begleiten. Mittwochs aber, durfte ich mit meiner Gastschwester die Schule sausen lassen und die Freiwilligen in eines der ärmsten Viertel hier begleiten. Als wir dort in dem Viertel ankamen, war das ein totaler Schock. Wir sahen Sachen, die man sich nicht vorstellen kann. Die Armut, die Lebensweise und die Kinder, die teilweise nicht einmal zur Schule gehen können, machte mich sehr traurig. Wir gingen dort in ein Haus für Kinder um dort eine Tür, ein Regal und einen Ping-Pong Tisch zu bauen. Wir waren so viele Helfer, so dass die Hälfte mit den dort anwesenden Kindern spielte. Mit zwiespältigen Gefühlen verliessen wir dann das Viertel Richtung Terminal um die Neuseeländer zu verabschieden. Es war toll all die motivierten Schüler kennenzulernen, doch wir hätten gerne noch mehr Zeit mit ihnen verbracht um noch mehr von ihrer Kultur kennenzulernen.
So kehrte nach der Abreise der Klasse wieder Ruhe in Roca ein. Ja, es wurde schon fast langweilig bis dann der Freitagmorgen in der Schule kam. Wir hatten gerade eine Doppelstunde Kommunikation hinter uns gebracht, da wurde uns mitgeteilt, dass wir die Schule verlassen dürften, weil es kein Wasser mehr hätte. Auch das war wieder einmal ein erstaunliches Ereignis und zeigte die andere Lebens- und Umgangsweise hier.
Am Sonntag bin ich dann zum ersten Mal zu Astrid, einer Schweizerin, die eine soziale Arbeit in Roca macht, gefahren. Zum ersten Mal seit meiner Ankunft habe ich wieder Schweizerdeutsch gesprochen. Es war ein unglaublich komisches Gefühl. Trotzdem war es toll sie kennenzulernen und mal wieder mit einem Schweizer zu reden. Am 19.10.12 war es dann zum ersten Mal soweit: Ich durfte erstmals ganz alleine aus meiner Stadt reisen. Ich hatte für Samstags eine Einladung aus Cutral-Co (Provinz Neuquén), das etwa 3h und 30 Minuten von Roca entfernt ist und in dem Maret von Deutschland weilt. Ich ging schon am Freitagmorgen mit einem doppelstöckigen, ultramodernen und komfortablen (hier üblichen) Langstreckenbus auf Reise. Erst um 15:00 assen wir bei Marets Familie zu Mittag, weil mein Bus 2h Verspätung hatte. Danach erkundeten wir gemeinsam ihr Dorf, spazierten und plauderten. Am Samstag um 12:30 trafen wir uns mit anderen YFU Mitglieder in einem Bistro. Es war toll andere kennenzulernen, solche die schon im Austausch gewesen sind und solche die noch gehen wollen. Um 19:00 kam ich dann müde nach Roca zurück. Doch es gab nicht viel Zeit zum Ausruhen. Sonntag, den 21.10.12 war der Tag der Mutter – einer der wichtigsten Feiertage in Argentinien. Die ganze Familie ging nach Neuquén ins Kino/Shoppingcenter. Zum ersten Mal sah ich ein Film in einem argentinischen Kino (inklusive süssem Pochoclo=Popkorn). Es war ein tolles Wochenende. 🙂
Montags darauf hat es dann aus Kübeln geregnet, was hier eigentlich sehr selten ist, im Oktober aber schon 3 Mal der Fall war. Freitag habe ich dann endlich mein Kleid für die Promotionsfeier (egreso = Abschlussfeier/Zeugnis Schule) gefunden. Samstags bin ich mit drei anderen Mädchen meiner Klasse rausgegangen um Mate zu trinken, zu plaudern und sich besser kennenzulernen. Es war toll sie kennenzulernen und sogleich haben sie mich für kommenden Freitagabend eingeladen. Sonntags war ein ganz spezieller Tag. Meine Familie hat Astrid zum Asadoessen eingeladen und danach sind wir mit ihr zum Rio Negro gefahren um ihr den zu zeigen. Wir zwei nahmen dann auch unser erstes Bad im Fluss, der etwa eineinhalb mal so breit ist wie die Reuss. Den restlichen Abend habe ich dann leider mit Mathematiklernen verbracht. Tja, auch das muss sein! Am Freitag kommt nun mein Gastbruder aus Buenos Aires nach Roca um hier zwei Monate zu wohnen und meiner Gastmutter bei der Arbeit zu helfen ehe er in Buenos Aires studiert. Ich bin schon total aufgeregt ihn kennenzulernen. Das wird ein Wochenende mit einem Willkommensfest.
Schon bald bin ich 3 Monate in Argentinien – unglaublich. Die Zeit vergeht so schnell…

Erster Monat in Rio Negro

Buen dia a todos!

Wie versprochen, erzähle ich nun von meinem erstem Monat in Argentinien und bei meiner Gastfamilie. Da ich ja ein kultureller Austausch mache, gehe ich jeden Tag zur Schule. Die Schule hier besteht aus 3 Trimestern. Das Schuljahr beginnt im März und endet Ende November. Von Dezember bis März hat man dann erst einmal 3 Monate Sommerferien. Gott sei Dank so lange, weil im es im Sommer so heiss ist, dass man es in der Schule unmöglich aushält. Nun zu meinem ersten Schultag:
Ich war ja schon sehr nervös als ich am Dienstag, den 14. August 2012 aufstand und mich schulfertig machte. Am Montag durfte ich wegen meines Jetlags glücklicherweise noch zuhause bleiben. Da wir ausserhalb des Zentrums und somit der Schule wohnen, werden wir jeden Morgen hingefahren (meine Gastschwester und ich, da wir die gleiche Klasse besuchen). Um 07:30 beginnt die Schule, das heisst, dass wir dann in die Sporthalle gehen, uns dort in die Reihen der Klassen stellen und warten bis die Direktorin kommt und das allmorgendliche Fahnenhissen inklusive Nationalhymne beginnt. Als ich das am ersten Schultag erlebte, war das für mich zuerst sehr ungewohnt, habe mich aber schnell daran gewöhnt. Wir gingen dann in den zweiten Stock in unser Klassenzimmer. Als ich eintrat, zog ich alle Blicke auf mich. Alle starrten mich an, als ob ich ein Alien wäre. Die Lektion begann dann mit einer Vorstellung meinerseits. Leider waren meine Spanischkenntnisse derart beschränkt, dass ich kaum einen richtigen Satz zustande brachte. Glücklicherweise hatte ich meine Gastschwester neben mir, die mir mit Englisch geholfen hat. Später wurde ich dann von etlichen Klassenkameraden mit Fragen über mich und mein Land gelöchert. In der grossen Pause erschrak ich dann erst einmal ziemlich, als hinter mir ein Hund von der Strasse stand. Die Klassenkameraden erklärten mir dann, dass das ein Hund von der Strasse ist, der eigentlich in der Schule wohnt. Ich empfand es als sehr lustig. Überhaupt ist die Schule hier ganz anders als in der Schweiz. Das Bildungsniveau ist leider sehr gesunken, da die Regierung nicht daran interessiert ist, dieses aufrecht zu halten. Die Schüler machen im Unterricht eigentlich nichts produktives ausser „Truco“, „Chancho“, oder ähnliches zu spielen. (Zu den Spielen erfahrt ihr später mehr)
Auch die Schüler-Lehrer Beziehung ist total anders. So streckt man im Unterricht nicht auf, sondern ruft einfach dazwischen. Das führt natürlich dazu, dass es am Ende ein riesen „Quilombo“, wie man auf Spanisch sagt, gibt. Zudem spassen die Lehrer immer mit den Schülern und umgekehrt. Die Distanz zwischen Schüler und Lehrer, wie in der Schweiz, ist nicht so gross. Aber man respektiert sich trotzdem.
Alles in allem war es ein sehr lustiger aber auch anstrengender, erster Schultag. Die folgenden Tage hatten wir dann nur ganz wenig Unterricht, weil die Lehrer nicht die Lust dazu aufbringen können in die Schule zu kommen. 😉
Zuhause fühlte ich mich eigentlich wohl, aber zu Beginn war es halt ein bisschen ungewohnt, da man ja bei einer fremden Familie wohnt. Mit meiner Gastschwester habe ich mich aber schnell gut verstanden. Zusammen haben wir in der Küche Schildchen für Gegenstände gemacht, dass ich dass schnell lerne. Es hat viel Spass gemacht, weil ich das Wort für Messer immer falsch ausgesprochen habe und sie mich dann vor Lachen auf dem Boden gekrümmt hat. Sie hat mir am Anfang unglaublich geholfen, da ich mich in der 125`000 Einwohner Stadt ja kaum auskannte. Trotzdem passierte es, dass ich eines Tages alleine unterwegs war und das Büro meines Vaters suchen musste. Ich wusste zwar die Strasse aber trotzdem habe ich mich total verloren im Zentrum. Das war mein erster richtiger Schock, den ich hier erlebte. Am ersten Wochenende kam dann zu aller Freude meine Gastschwester aus Buenos Aires, da, wie so häufig hier, ein Feiertag war und somit ein verlängertes Wochenende. Am Sonntag assen wir dann alle zusammen mit den Eltern meiner Gastmutter mein erstes Asado. 🙂
Das ist eine Art amerikanisches Barbecue nur mit vieeeel besserem Fleisch. Dazu isst man verschiedene Salate und Brot. Es war superlecker. Danach fuhren wir zu den „Bardas“. Das ist eine Bergkette neben der Stadt. Es sind aber flache, sandige Berge/Hügel. Das war ein schöner Abschluss für die erste Woche.
In den nächsten, folgenden Wochen schaute ich mich nach diversen Aktivitäten um, erledigte die Dinge für mein neues Handy und lernte eben dieses „Truco“ und „Chancho“ zu spielen. „Truco“ ist ein typisch argentinisches Kartenspiel. Es geht dort vor allem darum, gut zu lügen. Bis ich alles kapiert habe hat es sicher etwa zwei Stunden gebraucht, denn es ist ein sehr komplexes Spiel. „Chancho“ bedeutet eigentlich Schwein, beinhaltet aber ein Spiel. Man muss so schnell wie möglich vier gleiche Karten sammeln, dann „Chancho“ rufen und die Hand in die Mitte des Tisches legen. Die oberste Hand verliert und bekommt die Buchstaben des Wortes auf den Arm geschrieben. Beide Spiele sind sehr, sehr unterhaltsam.
Anfang September war dann ein grosses Ereignis in meiner Stadt: Der 133. (glaube ich zumindest) Geburtstag meiner Stadt. Es gab am Samstag ein grosses Fest mit nationalen Künstlern, „Feria“ (Jahrmarkt) und einem Umzug aller öffentlichen Institutionen. Es war toll. Der ganze Hauptplatz war voll von Leuten, die Mate tranken. Später im September lernte ich dann auch noch Mate zuzubereiten. Es ist gar nicht so schwer: Man nimmt den Matebecher, füllt das Matekraut hinein und füllt mit Wasser auf. Danach trinkt man es mit einem Rohr. Es gibt immer eine Person, die den Mate serviert. Meistens trinkt man ihn in einer Runde mit Freunden und Familie. Als ich ihn das erste Mal probierte, dachte ich ich würde ihn nie mögen. Ohne Zucker ist er sehr bitter. Trotzdem ist es ein sehr schöner Brauch, wenn man ihn mit anderen zusammen trinkt.
Ende September sind meine Gastmutter, Gastschwester, zwei Freundinnen und ich nach „El Chocon“ gefahren. Es ist ein kleines Dorf, das durch den grössten Dinosaurierfund der Welt bekannt wurde. Zudem hat es dort ein künstlichen See um Energie zu erzeugen. Es war ein wunderschöner Tag. Ansonsten habe ich im September mit Kanufahren, Spanischunterricht und Orchester angefangen. Alles gefällt mir eigentlich sehr, hoffe aber, dass ich bald noch einen Platz für Salsa finde.
Mit meiner Gastschwester bin ich im September zum ersten Mal argentinisch ausgegangen. Die Feste laufen hier so ab: Zuerst trifft man sich mit Freunden in einem Haus um circa 23:00. Man bereitet sich zusammen auf das Fest vor. Um etwa 01:00/02:00 bricht man dann langsam auf. Auf den Festen wird hier ordentlich gefeiert. Vor 06:00 morgens ist kein Ende in Sicht. Um circa 07:00 kommt man dann ins Bett und schläft bis in den Nachmittag. Tja, hier in Argentinien ist einiges anders. Es dauert eine Weile bis man sich daran gewöhnt hat. Noch heute, zwei Monate seit meiner Ankunft habe ich mich noch nicht an alles gewöhnt. Trotz allem macht es mir hier Spass. Es ist eine ganz andere Kultur und Mentalität und das ist toll kennenzulernen und zu erleben.

Hola Argentina!

Hola gente/Hallo Leute!

Herzlich Willkommen zu meinem Blog über mein Austauschjahr in Argentinien.
Ich werde 11 Monate in diesem unglaublich vielfältigen Land verbringen. Ich weile hier nun seit 2 Monaten.
Aber alles von Anfang an:

Donnerstag, 9.08.12
Am Morgen des 9. August 2012 erwachte ich mit einem sehr komischen Gefühl. War es Freude, Angst? Ich wusste es nicht. Das einzige was ich wusste war, dass ich an diesem Tag für beinahe ein Jahr in ein fremdes Land reisen werde, bei einer fremden Familie wohnen werde und eine ganz andere Kultur erleben werde. So machte ich mich schliesslich mit meiner Familie auf zum Flughafen. Zuerst bummelten wir noch ein wenig rum bis wir dann schliesslich die anderen zwei Schweizer trafen und zusammen das Gepäck eincheckten. Zu meiner Überraschung kamen zudem noch drei meiner Freunde um mich zu verabschieden. Als der Verantwortliche von YFU dann sagte, dass wir durch die Passkontrolle müssten, war es soweit: Der gefürchtete Abschied war gekommen. Ich verabschiedete mich zuerst von meinen Freunden und dann von meiner Familie. Als ich meiner Mutter auf Wiedersehen sagte, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Doch ich hatte mich entschieden diesen Schritt zu wagen. Somit gingen wir drei durch die Passkontrolle und waren auf uns allein gestellt. Der Flug nach Frankfurt war begleitet von Tränen, doch als wir in Frankfurt ankamen, fühlte ich mich besser. Um 22:15 startete dann schliesslich unser 14h Flug nach Buenos Aires.

Freitag, 10.08.12
Morgens um 07:00: Recht müde aber auch aufgeregt stieg ich aus dem Flugzeug aus, ging durch die Kontrolle, holte mein übergewichtiges Gepäck und machte mich auf die Suche nach den argentinischen YFUler. Mit 64 anderen neugierigen Jugendlichen aus aller Welt fuhr ich dann zu unserem Einführungscamp. Wir wurden herzlich in Empfang genommen und durften sogleich unsere Zimmer für 2 Nächte beziehen. Da alle recht an Jetlag litten, durften wir den Rest vom Freitag entspannen.

Samstag, 11.08.12
Früh morgens hiess es schon, dass wir aufstehen müssen. Wir frühstückten und dann ging es sogleich los mit verschiedenen „Sessions“ in kleineren Gruppen. Wir besprachen Dinge über die Kultur(-schock), Argentinien, Gastfamilien etc. Zudem lernten wir schon mal argentinische Spezialitäten wie Alfajores, Dulce de leche und natürlich Mate kennen. Am späten Nachmittag kam dann eine Überraschung: Extra für uns kam ein Tanzpaar, das uns eine exklusive Tango/Folklore Vorstellung gab. Es war unglaublich toll.
Am Abend mussten wir dann unser eigenes Land kreativ vorstellen. Das war ziemlich lustig, da einige wirklich kreativ waren. Danach hiess es dann: „Ab ins Bett!“

Sonntag, 12.08.12
An diesem Tag hatten wir auch wieder Sessions, diesmal aber nur 2, weil einige schon am Sonntagabend zu ihren Gastfamilien reisten, sowie ich. Somit fuhr ich mit einigen anderen in Kleinbussen zum Jorge Newbery Aeropuerto. Wir hatten recht Stress, weil die Zeit zu knapp kalkuliert war. Doch zu meiner Überraschung kam meine ältere Gastschwester, die in Buenos Aires lebt und studiert, extra für mich zum Flughafen. Sie war mir auf Anhieb sehr sympathisch. Sie half mir und begleitete mich bis zur Kontrolle.
Gott sei Dank flog ich nicht alleine nach Neuquen (Provinzhauptstadt). Ein deutsches Mädchen kam mit mir, da sie in der Provinz Neuquen eine Familie hat. Wir starteten also und nach etwa einer Stunde flogen wir schon den Flughafen an. In mir stieg ein mulmiges Gefühl hoch. Nun hatte ich wirklich Angst. Am liebsten wäre ich wieder umgekehrt.
Doch so schlimm war es gar nicht. Sie empfingen mich sehr herzlich: Meine Gastmutter, mein Gastvater und meine gleichaltrige Gastschwester. So fuhren wir circa 45 Minuten in meine neue Stadt: General Roca in der Provinz Rio Negro. Die Stadt zählt heute etwa 150`000 Einwohner, also ungefähr so gross wie Luzern, aber total anders. Die Fahrt kam mir ein wenig komisch vor. Da ich nicht wusste in welcher Sprache ich nun reden sollte, sagte ich nicht viel sondern schaute mir die Landschaft an. Alles war braun und grau. Eigentlich logisch wenn man bedenkt, dass im August noch Winter ist. Ich war ziemlich müde als wir endlich in meinem neuen Zuhause ankamen. Unser Häuschen ist ein wenig ausserhalb des Zentrums gelegen, was mir aber nicht sonderlich viel ausmacht, da es sehr ruhig hier ist. Das Haus ist nicht besonders gross aber trotzdem grösser als einige andere Häuser meines Viertels. Meine Gastschwester und ich teilen uns den ganzen oberen Stock (2 Schlafzimmer und 1 Badezimmer). Als ich in mein neues Zimmer kam war ich froh endlich angekommen zu sein. Es ist liebevoll eingerichtet und, wenn auch nicht besonders gross, gemütlich.
Da es bereits 23:00 Uhr war entschied ich mich, zu Bett zu gehen. Glücklicherweise musste ich am Montag noch nicht in die Schule. 🙂 Ich schlief mit dem Gefühl ein, Willkommen zu sein.

So. Dies waren meine ersten drei Tage in Argentinien – dem Land, in welchem ich meine nächsten elf Monate verbringen werde. Bald werde ich euch von meinem ersten Monat hier erzählen. Bis dann!